Die Schaffhauser mischen wieder mit

Der Kunstturnernachwuchs von Kutu SH lässt hoffen. Bei der Junioren-SM in Romont sahnten die Dreispitz-Turner gross ab. Zehn Medaillen wurden erkämpft.

Kunstturnen «Insgeheim habe ich mit drei bis vier Medaillen gerechnet», verriet Sebastian Faust, der Cheftrainer des Kunstturnzentrums Schaffhausen mit Sitz in der Dreispitz-Turnhalle in Herblingen, was er persönlich von der Schweizer Meisterschaft der Junioren im Kunstturnen von seinen Athleten erwartet hat. Als am Sonntag zwei intensive Wettkampftage beendet waren, hatten die Turner von Kutu SH insgesamt zehn Medaillen erkämpft. «Ich weiss nicht, ob es das jemals schon gegeben hat, dass wir bei einer Junioren-SM so abgeräumt haben. Ich fühle mich als Teil einer Erfolgsstory», freute sich Trainer Faust über diese ungewöhnlich hohe Ausbeute. Erst holte in der letzten Woche sein Schützling Marco Walter Sprung-Bronze an der EM, und nun doppelten seine anderen Schützlinge nach. Das sei der Lohn für sein Trainerteam und alle Helferinnen und Helfer um Kutu SH, meinte der ehemalige deutsche Nationalkaderturner voller Dankbarkeit. «Das zeigt, dass unser Konzept stimmt. Wir sind alle glücklich und stolz nach diesem Erfolg», so Sebastian Faust.

Favoritenrolle? Kein Problem

Sehr zufrieden stimmte ihn auch, dass alle seine Turner ihrer Favoritenrolle gerecht wurden, angefangen bei Taha Serhani. Der Winterthurer hat sich vor einigen Monaten Kutu SH angeschlossen und fühlt sich total wohl und voll integriert in Herblingen. Das kann man an seinen Resultaten ablesen. Im Programm 6, in der höchsten Kategorie, holte Serhani im Mehrkampf Silber. Zusätzlich gab es noch Edelmetall in den Gerätefinals: Silber am Boden und am Pferdpauschen, Bronze am Reck. Der Löhninger Marco Walter und der Begginger Richie Wanner konnten in der höchsten Nachwuchskategorie ebenfalls überzeugen. EM-Medaillengewinner Walter wurde Mehrkampffünfter. Er wurde seiner Favoritenrolle im Sprung gerecht und erzielte die hohe Wertung 15,35. Ausserdem holte der Kantischüler Silber am Barren und Bronze am Boden. Edelmetall durfte auch der Begginger Wanner entgegennehmen. Der Mehrkampfsiebte, auch das ein Spitzenplatz, war der Beste von drei Vertreter von Kutu SH am Boden. Silber gab es noch an den Ringen und einen vierten Platz am Reck. Doch nicht nur die ältesten Talente erfreuten den Cheftrainer. Auch Pirmin Werner im Programm 3 erfüllte sämtliche Erwartungen. Er holte im Mehrkampf eine Bronzemedaille. Am meisten freute sich Faust aber mit Janik Lobsiger. «Der war über ein Jahr verletzt und hat sich eindrücklich zurückgemeldet», so Sebastian Faust. Der Schüler der NET in Kreuzlingen war der jüngste in seinem Wettkampf in der Altersklasse P5. Der 21. Platz im Mehrkampf täuscht etwas über die Klasse von Lobsiger hinweg. Denn er qualifizierte sich gleich für zwei Gerätefinals (Ringe und Sprung). Das lässt den Cheftrainer hoffen, dass er mit Lobsiger künftig wieder rechnen kann. Keine Schaffhauser waren in den Altersklassen P5 und P2 am Start. Dafür gleich drei in den Kategorie P 1. «Bei den Jüngsten ging es ausschliesslich darum, dass sie einmal Wettkampfluft auf höchstem nationalen Niveau schnuppern konnten. Es war die erste SM für die Jungen. Entsprechend nervös wurde geturnt», sagte Sebastian Faust. Gegen die wesentlich erfahreneren Konkurrenten gab es nichts zu holen. Die Plätze 31 (Mostafa Shamari), 43. (Lukas Schüpbach) und 45. (Noa Tranquilli) sind für den Cheftrainter zweitrangig. Was bleibt, fasste Faust so zusammen: «Mit dem Schaffhauser Turnen geht es wieder vorwärts.»

Von Daniel F. Koch